Verfasser: Parke Godwin
Dieses Buch ist leider weder im Deutschen, noch im Englischen zu erhalten. Bei uns ist es wahrscheinlich nie gedruckt worden und obwohl es als eines der besten Robin Hood - Erzählungen gilt, wird auch in England oder Amerika keine neue Auflage mehr aufgelegt. Bei dem Inhalt kann ich nicht dafür gerantieren, alles richtig verstanden zu haben, da ein Teil der Sätze in *altem* Englisch oder auch umgangssprachlich gehalten ist. Ich hoffe jedoch, es richtig verstanden zu haben. :-)
Es beginnen zwei Handlungen parallel ca. 1060: Edward Aelredson wächst als Sohn desLandbesitzer friedlich in Denby auf. Ein besonderes Verhältnis zum angrenzenden Wald, dem großen Sherwood Forest, wird durch den Sklaven Will Scatloch geschaffen, der sich dort bestens auskennt und sein Wissen an den jungen Edward weitergibt, wodurch dieser im Wald jeden Pfad kennt. Durch seine Mutter erhält Edward den Kosenamen Puck-Robin oder nur "Robin", den bald jeder in der Umgebung übernimmt.
Gleichzeitig, in der Normandie, wächst der uneheliche Sohn eines Grafen, Ralf Fitz-Gerald heran und erarbeitet sich nahezu selbstständig einen Weg in das Heer des - ebenfalls unehelichen - König Williams.
Als Robin 16 ist,
bricht Krieg aus, William, der den Beinamen "the Conqueror" erhält,
gelingt es 1066, England zu besiegen. Bei einer der letzten Schlachten sind
auch Robin und sein Vater dabei - Robin gelingt es schließlich, zu entkommen,
wobei er in Doncaster das Mädchen Marian kennenlernt, die im Krieg alles
verloren hat. Robin nimmt das Mädchen kurzentschlossen mit nach Denby,
wo er erfährt, dass sein Vater gefallen ist.
Robin ist jetzt also der Earl of Denby und wird auch von allen Einwohnern als
dieser anerkannt. Als kurz darauf der König beschließt, die Residenz
seiner Frau in der Nähe zu errichten, huldigt Robin ihm - in dem Wissen,
so sein Volk am besten zu schützen - als dem wahren König und darf
sein Land daraufhin behalten.
Ralf, der hoch in der Gunst des Königs gestiegen ist, wird kurz darauf
zum Befehlshaber - Sheriff - in der Stadt Nottingham ernannt, mit dem Befehl,
ja keine Aufstände zuzulassen und einen besonderen Blick auf Denby zu haben.
Auch Ralf kommt mit dem König nach Denby, da er schwer verwundet ist, müssen
Marian und Robins Cousine Judith ihn pflegen. Obwohl Ralf klar erkennt, dass
Judith die schönere von beiden ist, verliebt er sich in Marian, die sich
ebenfalls von dem gutaussehenden Fremden angezogen fühlt.
Wenige Zeit später ist Denby wieder verlassen. Marian lehnt einen Heiratsantrag
des Schmiedes John Littlerede - kurz Little-John genannt - ab und gibt Robin
ihr Ja-Wort, da sie sich völlig sicher ist, ihn zu lieben. Noch ehe die
Hochzeit stattfinden kann, kommen Männer aus Nottingham, die Wystan, einen
Bewohner von Denby, wegen Wilderei gefangen haben und hinter Much, dem Sohn
des Müllers, ebenfalls her sind.
Um die beiden zu schützen, verspricht Robin, die beiden Männer in
wenigen Tagen der Obrigkeit auszuliefern, zu dem vereinbarten Zeitpunkt erscheint
er aber nur mit Wystan. Als er miterleben muss, wie der Mann geblendet wird,
weigert er sich, Much ebenfalls auszuliefern und als der Sheriff Ralf diesen
mit Gewalt holen will, kämpfen mehrere Männer aus Denby gegen die
verhassten Eroberer. Die kleine Gruppe - bestehend aus Will Scatloch, Much,
Little-John, dem Dorfpfarrer Beorn, Tuck, seinem Helfer und Robin flieht in
die Wälder und beginnt, Reisende auszuplündern und Männer des
Königs zu töten.
Im Lauf der Zeit wird der Name "Robin Hood" in ganz England bekannt
und gilt als Symbol gegen die Tyrannei der nomannischen Herrscher. Maud - Robins
Mutter - , Judith und Marian werden von der Königin gefangen gehalten,
trotzdem gelingt es Robin aber, z.B. bei einem großen Wettschießen
in Nottingham, seine Ehefrau Marian zu treffen. Einige Zeit später bekommt
sie einen Sohn, der ebenfalls den Namen Edward erhält.
Ralf und Robin treffen mehrmals aufeinander und kommen beide nur mit knapper
Not mit dem Leben davon. Dann kommen sie beide auf die Burg eines sächsischen
Edelmannes, der dem König gehuldigt hat. Er versucht beide - getrennt -
zu einem Aufstand gegen den König zu verpflichten. So werden aus den beiden
Todfeinden plötzlich Verbündete für den König und können
gemeinsam fliehen, wobei sie sich gegenseitig helfen (nach dem Motto: "Ich
zeige dir den Weg durch den Wald, dafür legst du ein gutes Wort für
mich ein").
Ralf schafft es, den König zu einer Begnadigung zu überreden, wenn
Robin ihm im Kampf gegen die Aufständler hilft, was er natürlich macht.
Schließlich gewinnen die Soldaten unter William durch ein besonders gefährliches
Manöver unter den vereinigten Ralf und Robin, die nahezu ein Herz und eine
Seele werden. Die meisten Geächteten sind tot - Much und Tuck schon vorher
durch die Soldaten des Sheriffs, John im Kampf gefallen - und Robin und Marian
ziehen mit ihrem Sohn wieder nach Denby zurück.
Es
gibt noch eine Fortsetzung zu dem Buch ("Robin and the King"), daher
passen die Worte: "Und sie lebten glücklich..." wahrscheinlich
nicht ganz. Da das zweite Buch ebenfalls nicht mehr im Handel zu kriegen ist,
kann ich es aber nicht mit Sicherheit sagen.
Das Buch ist so vielschichtig angelegt, dass ich nicht auf alle Handlungen (z.B.
das Wettschießen in Nottingham oder die verschiedenen Beziehungen zwischen
Marian&Ralf, John&Robin, Will &seine Frau etc.etc.) eingehen konnte.
Jedenfalls liest sich das Buch wunderbar in einem Weg und dem Autor gelingt
es gut, Ralf abwechselnd zu hassen und zu mögen - so dass man mit dem Ende
viel zufriedener ist, als wenn der 'böse' Sheriff von Nottingham hingerichtet
würde.
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